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IX. Solidarische Energieverteilung

„Je intelligenter, sparsamer, dezentraler, effizienter und flexibler das Stromsystem ist, desto weniger Leitungen und Speicher sind nötig, desto geringer die Kosten, desto billiger der Strom.“
Claudia Kemfert

1. Stromerzeugung durch PV auf Dächern von Privathäusern

Es ist an der Zeit, die Geschichte der eigenen Stromerzeugung zu Ende zu erzählen. In den letzten Jahren hat die Photovoltaik (PV) einen enormen Aufschwung erlebt. Immer mehr Privathaushalte installieren Solarpaneele auf ihren Dächern, um die Sonnenenergie in elektrische Energie umzuwandeln. Diese Entwicklung ist nicht nur umweltfreundlich, sondern ermöglicht es den Haushalten auch, ihre Stromrechnungen zu senken und unabhängiger von den traditionellen Energieversorgern zu werden.

2. Stromerzeugung durch PV auf Dächern von Gewerbe- und Industriebauten

Die Nutzung von Photovoltaik (PV) auf Dächern von Gewerbe- und Industriebauten hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Diese Gebäude verfügen oft über große Dachflächen, die sich ideal für die Installation von Solarpaneelen eignen. Durch die Erzeugung von eigenem Strom können diese Unternehmen ihre Betriebskosten senken und gleichzeitig ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Darüber hinaus verbessert die Nutzung von erneuerbaren Energien das Image des Unternehmens und zeigt sein Engagement für nachhaltige Praktiken.

3. Strom-Überschusseinspeisung ins Netz

Die Überschusseinspeisung ins Netz ist ein wichtiger Aspekt der Energiewende. Wenn eine PV-Anlage mehr Strom erzeugt, als im Haushalt oder Betrieb benötigt wird, kann dieser Überschuss ins öffentliche Netz eingespeist werden. Dies trägt zur Stabilität des Stromnetzes bei und ermöglicht es, erneuerbare Energien effizient zu nutzen. Zudem erhalten die Erzeuger eine Vergütung für den eingespeisten Strom, was einen zusätzlichen finanziellen Anreiz darstellt.

4. Soziale Benachteiligung derer, die keinen eigenen Strom durch PV auf dem Dach produzieren können

Trotz der vielen Vorteile der PV-Technologie gibt es immer noch Menschen, die nicht in der Lage sind, sie zu nutzen. Mieter, Bewohner von Mehrfamilienhäusern oder Menschen mit finanziellen Einschränkungen haben oft nicht die Möglichkeit, eine PV-Anlage auf ihrem Dach zu installieren. Sie sind die Verlierer der Energiewende und stehen vor der Herausforderung, ihre Energiekosten zu decken, ohne von den Vorteilen der erneuerbaren Energien profitieren zu können.

5. Das Prinzip solidarischer Verteilung

Um diese soziale Ungleichheit zu bekämpfen, könnte das Prinzip der solidarischen Verteilung angewendet werden. Anstatt den Überschussstrom einfach ins Netz einzuspeisen und dafür eine Vergütung zu erhalten, könnte dieser Strom solidarisch an diejenigen verteilt werden, die keinen eigenen Strom erzeugen können. Dies würde dazu beitragen, für mehr Licht zu sorgen in sonst dunklen Wohnungen und die soziale Ungleichheit zu verringern.

6. Wie Überschuss-Strom nicht einfach eingespeist wird, sondern solidarisch verteilt wird

Stellen Sie sich vor, der Überschussstrom aus Ihrer PV-Anlage fließt nicht einfach ins Netz, sondern direkt in die Wohnung Ihres Nachbarn, der keine eigene PV-Anlage hat. Anstatt eine Rückvergütung für die Einspeisung ins Netz zu erhalten, unterstützen Sie direkt jemanden in Ihrer Gemeinschaft. Das ist das Prinzip der solidarischen Energieverteilung: Verteilen statt Rückvergüten. Es ist eine Vision, die noch in den Kinderschuhen steckt, aber das Potenzial hat, die Energiewende gerechter und inklusiver zu gestalten. Es ist an der Zeit, dass wir diese Vision in die Realität umsetzen und eine gerechtere Energiezukunft für alle schaffen.

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